Versicherungen sind schon was Spezielles. Besonders die, die in dem Ort beheimatet ist, der mit dem 3. Buchstaben des Alphabets beginnt und die oft auch nur mit drei Buchstaben abgekürzt wird. Bei den netten Damen und Herren ist nämlich mein Auto versichert – und nett wie ich bin, wollte ich meinem Versicherer die geänderten Rahmenbedingungen der Fahrzeugnutzung mitteilen.
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Schließlich hat sich durch meinen Jobwechsel die Kilometerleistung drastisch von etwa 35.000 im Jahr auf unter 5.000 reduziert, ausserdem lebt ja jetzt ein kleines Kind im Haushalt und überwiegend geschäftlich nutze ich die Karre auch (alles beitragssenkend). Also flugs auf die Webseite und nachgesehen, ob’s da nicht ein Formular gibt.
Gibt es. Sogar mehrere, nämlich für jede Änderung eines. Naja, füllen wir den Kram halt mehrfach aus, auch kein Problem. Unter anderem auch die Frage nach dem aktuellen Kilometerstand, derzeit 152.000.
Das war ein Fehler, der sich prompt in Form einer Antwort des Versicherers rächt: Da das Auto 5 Jahre alt ist und 152.000 km gefahren wurden, fahre ich ergo immer noch über 30.000 km im Jahr. Schlaumichel. Dass ich das Auto vor drei Jahren gebraucht mit 80.000 Kilometern auf dem Buckel gekauft habe steht zwar auch im Vertrag, aber wer schaut da schon rein.
Also kurz per Mail erklärt, dass Anfangsstand 80.000 + 35.000 für 2000 + 35.000 für 2001 = 150.000. Ergo bin ich dieses Jahr gerade mal schlappe 2.000 Kilometer gefahren – was sich auch mit meinen Tankrechnungen deckt. Ich dürfte also Probleme kriegen, überhaupt an die 5.000 ran zu kommen.
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Aber die Schlaumeier bei der Versicherung lassen nicht locker. Wie sich denn die drastische Reduzierung der Kilometerleistung erkläre, wollen sie wissen. Ganz einfach: Am 15.7.2001 hat mein damaliger Arbeitgeber seinen Geschäftsbetrieb eingestellt und seither arbeite ich freiberuflich von zuhause aus und kümmere mich um die Kleine. Ergo komme ich gar nicht dazu, oft und lange weg zu fahren – gelegentliche Besuche bei Kunden im doch etwas entfernten München mal ausgenommen.
Versicherungsmenschen wären aber offenbar nicht solche geworden, würden sie hier nicht sofort einen Betrug wittern. Die entsprechende Anfrage kommt prompt: Wie es denn sein könne, dass mein Auto überwiegend geschäftlich genutzt wird, wenn ich mich doch die meiste Zeit um das Kind kümmere?
Hmm, ich weiss ja nicht, was der durchschnittliche Versicherungs-Mitarbeiter so treibt. Aber ich fahre auf jeden Fall nicht mein Kind mit dem Auto im Wohnzimmer spazieren. Für alle Einkaufsfahrten gehen im Monat satte 50 Kilometer drauf (und meistens nutzen wir dazu das andere Auto, weil da der Kindersitz drin ist), für einen einzigen Kundenbesuch in München und zurück aber gut und gerne 170. Bei zwei Fahrten nach M im Monat würde ich schon mal schätzen, dass ich das Fahrzeug deutlich überwiegend geschäftlich nutze.
Das wiederum scheinen die Leute bei der Versicherung ein klein wenig anders zu sehen. Zumindest hat mir das die letzte Mail mitgeteilt – allerdings ohne mir zu sagen, welches Kriterium denn nun eigentlich gültig wäre, um eine überwiegend geschäftliche Nutzung zu belegen. Wer einen entsprechenden Tipp für mich hat, der nicht Fahrtenbuch heisst: her damit :-)
