Nachdem die Kollegen vom Register schon recht positiv über SuSE 8.1 berichten, musste ich es mir natürlich auch mal ansehen. Gleich vorweg: Besser ist es schon geworden, aber wirklich gut ist was anderes. Speziell ungeübte Besitzer von WLAN-Adaptern sollten nach wie vor einen Bogen um SuSE machen.
Doch der Reihe nach. Getestet habe ich die neuste SuSE auf meinem Dell Notebook. Das ist besonders gemein, weil der zum einen kein CD-Laufwerk hat und zum anderen eine integrierte Geforce 2go besitzt, mit der die meisten Distributionen Probleme kriegen.
Die SuSE stolpert allerdings schon über die Installation per NFS. Der Grund ist, dass ich nach Handbuch vorgehe und dieses leider Informationen enthält, die schon seit Version 7.3 nicht mehr stimmen. Vielleicht sollte sich da mal jemand die Zeit nehmen und das korrigieren. Zumindest steht’s online bei Suse in der Supportdatenbank richtig. Ergo nochmal sieben CDs auf den Server kopiert und los geht’s. Und das sowohl flott wie auch komfortabel. Besonders gefallen hat mir die Paketauswahl. Für Einsteiger einfach und übersichtlich genug stellen die erweiterten Optionen auch Experten zufrieden. Positiv überrascht hat mich auch das Setup des X-Servers. Suse bietet die einzige Linux-Distribution an, die es mithilfe des Standard-Treibers “nv” für nvidia-Karten schafft, meinem Notebook die gewünschten 1600×1200 Pixel zu entlocken.
Nach der Installation musste ich natürlich erstmal sehen, was sich mittlerweile an Updates angesammelt hat. Der Update-Service ist ohnehin eine der tollsten Sachen an Suse. Keine Registrierung, keine Kosten. Einfach loslegen. Klappt auch meistens, ausser bei der vom Updater empfohlenen Installation der Linux-Treiber von Nvidia. Das Skript ersetzt zum einen den Treibereintrag in der X-Server-Konfiguration nicht richtig und vergisst darüber hinaus, die Mode-Anweisungen anzupassen. Gut, da bin ich von anderen Distributionen mehr Leid gewöhnt, also Schwamm drüber.
Was mich dann aber richtig ärgert ist das Ergebnis des Versuchs, von Evolution (dem Outlook-Clone für Linux) Daten mit meinem Palm zu synchronisieren. Was unter RedHat 8.0 einwandfrei klappt, scheitert unter Suse. Und das nur, weil SuSE es auf sieben CDs nicht schafft, den gnome-pilot Daemon unterzukriegen.
Weitere Patzer: Wer nicht gleich den kompletten GNOME-Desktop installiert, bekommt auch GIMP nicht auf die Platte geschoben. GAIM für Instant Messaging gehört ebenfalls nicht zum Standardpaket. Aber zum Glück ist das alles mit YaST2 schnell nachinstalliert. Überhaupt: So langsam wird YaST2 richtig gut. Die wichtigsten Handgriffe, um das System den eigenen Bedürfnissen anzupassen, gehen schnell von der Hand.
So weit, so gut. Gebrannt von den Erfahrungen mit SuSE 8.0 wage ich mich nun an die Installation einer WLAN-Karte. Schließlich soll gerade dieser Bereich bei Version 8.1 stark verbessert sein. Fazit vorweg: Sollte das zufällig jemand lesen, der bei SuSE was zu sagen hat, dann bitte tritt dem Verantwortlichen für den WLAN-Teil eurer Distribution da hin, wo’s wirklich weh tut.
Mir ist immer noch nicht klar, wozu überhaupt das Paket wlan-ng standardmässig installiert wird. Kann sich bei SuSE nicht mal jemand einen Notebook schnappen und da eine WLAN-Karte mit Intersil-Chipsatz reinstecken? Dann würde man dort vielleicht mal merken, dass diese Karten unter SuSE schlichtweg nicht funktionieren. Ist ja nicht wichtig, es handelt sich ja nur um den derzeit am weitesten verbreiteten WLAN-Chipsatz.
Und wo ich grade dabei bin: Das Routing gehört dann auch gleich auf die Reihe gebracht. Es kann ja wohl nicht angehen, dass ich beim Einstecken der WLAN-Karte und nachfolgendem Deaktivieren des LAN-Interfaces mein Routing verliere. Und das nur, weil irgendein Schlaumeier bei SuSE der Meinung war, dass man kein zweites Default-Routing einrichten muss, wenn schon eines vorhanden ist – man aber sehr wohl das einzig vorhandene Default-Routing bei der Deaktivierung eines Interfaces löschen kann. Da kann ich nur sagen: Helden der Technik. Vor allem, weil sich dieses Problem nicht ohne größere operative Eingriffe beheben lässt. Ich kann nur hoffen, dass ich auf einer der nächsten Messen mal einen kompetenten Ansprechpartner von SuSE in ein Gespräch kriege.
Wo da jetzt die deutliche Verbesserung gegenüber der 8.0 sein soll erschliesst sich mir nicht. Die Version 8.1 macht genau denselben Mist wie schon die Vorgänger.
Auch wenn SuSE heute schon das für den Endanwender am besten integrierte System hat, bei dem sogar Audio- und vor allem Video-Dateien direkt laufen, OpenOffice sauber installiert ist und die Übersetzung stimmt: Gerade solche Probleme sind es, die vielen Interessierten das Thema Linux gründlich verleiden. Kommen dann noch Fehler in der Dokumentation dazu, dann wird aus der Lust auf was Neues schnell Frust. Von daher hat SuSE schon noch ein wenig Arbeit vor sich, bis das Ziel “Linux für den Desktop” erreicht ist. Warten wir auf 8.2 …
Nachtrag: Gerade fällt mir auf, dass der enthaltene Mozilla 1.0.1 (und nicht 1.1 wie gewisse Kollegen meinen :-)) ein wenig beschnitten ist. Schmerzlich vermisst wird der Mail-Client, den ich recht gern für meine administrativen Accounts verwendet habe. Ursache ist hier wohl dieselbe wie bei meinem Problem mit Evolution: SuSE bietet zwar neben KDE auch Gnome als Desktop an, fokussiert sich aber stark auf KDE und zugehörige Tools. Ergo soll der Anwender doch bitte KMail und Konsorten verwenden. Naja, immerhin ist SuSE als einziges Unternehmen in der Lage, Mozilla auch gleich Java und einen fix-fertig installierten Acrobat Reader für Linux zu spendieren. _Das_ finde ich wirklich toll.

100% ACK, ich habe versucht eine WLAN Karte mit Orinoco Chipsatz auf nem Travelmate 426 zum laufen zu bekommen.
Nach über einer Wochen rumprobiererei, internet recherche und viele, viele ausgeraufte Haare später habe ich jetzt einfach keinen Bock mehr.
Das routing haut einfach nicht hin.
Zum Notebook surfen muß ich jetzt doch tatsächlich WinXp nehmen, da dauert die Installation
der WLAN-Karte ca. 30 Sekunden (incl. reinfummeln der Karte in den PCMCIA-Slot) und es
funktioniert einfach.
Es gilt (leider) mal wieder die Linux devise: Warum einfach wenns auch schwierig geht…