Virales Anti-Marketing à la Regfish.com

Was es nicht alles gibt. Da wacht Sascha eines Mittags auf und stellt fest, dass eine der von ihm betreuten Domains nicht erreichbar ist. Ein kurzes Telefonat mit dem Inhaber der Domain veranlasst Sascha zu einem bösen Posting auf seinem Blog. Verständlich, irgendwie. Kernsatz:

Nach kurzer Diskussion werde ich in ehrwürdigen Kreis derer aufgenommen, die begriffen haben, das DNS scheiße ist.

Wir halten fest: Sascha regt sich weniger über die Löschung der Domain auf als über die Tatsache, momentan einigermaßen hilflos zu sein.

Das Posting zieht plötzlich Leser an, die sich gelegentlich nicht sonderlich zurückhaltend äußern. Netzalltag halt. Und diese Leser machen vorwiegend den Domain-Reseller Regfish.com als den Übeltäter aus. Ok, wer lesen kann ist klar im Vorteil, aber das gilt auch für andere, denn:

Plötzlich tritt Regfish.com auf. Zunächst noch mehr oder weniger anonym, später dann in Person von Andreas Malleck – seines Zeichens einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Anstatt nun aber sachlich den Vorwürfen zu begegnen, macht er den Kardinalfehler aller von plötzlichem “öffentlichem Interesse” negativ Überraschter: Er packt seine Kanone aus und schießt auf den Spatzen:

[...] Wir fordern daher um sofortige Richtigstellung der Fakten und behalten uns rechtliche Schritte vor.[...]
[Wir werden] den Rufmord, der aktuell in diesem Forum stattfindet nicht hinnehmen. Ob Sie dies in ordentlichem Umfang freiwillig korrigieren und den Schaden begrenzen, bleibt vorerst Ihnen überlassen.

Ein Schelm, wer da trotz der eigenwilligen Grammatik keine Drohung zwischen den Zeilen liest. Und es verwundert auch nicht sonderlich, dass die Reaktionen der Leser nicht wirklich positiv sind.

Doch viel interessanter als die daraufhin geposteten Kommentare dürften die Reaktionen der Leute sein, die das alles nur lesen und sich ihren Teil denken. Denn die werden sich wahrscheinlich hüten, eine Domain bei einem Unternehmen zu bestellen, dessen Geschäftsführer bei halbwegs öffentlichem Gemecker gleich die Keule auspackt.

Ein geschickter Geschäftsführer – quatsch – Marketing-Mitarbeiter hätte die Chance nicht vertan, sondern sie genutzt, um sich als offenes, gesprächsbereites und kommunikatives Unternehmen zu präsentieren. Deswegen sollte man Marketing auch besser Profis überlassen. Aber wir Leser sind jetzt wenigstens schlauer. Denn wir wissen, bei wem wir unsere nächste Domain nicht bestellen ;-)

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5 Responses to Virales Anti-Marketing à la Regfish.com

  1. Kevin says:

    Ich gehöre zu den Leuten, die nur gelesen haben und sich ihren Teil denken. Deine Vermutung trifft ins Schwarze.
    Der Name Regfish.com hat sich bei mir eingebrannt als “da lässt Du wohl besser die Finger von, das kann Ärger geben”.

  2. Sascha Carlin says:

    Just for the records: weg war nicht phpbb.de, sondern der Hostname unseres Nameserves ;)

  3. Na gut, ändere ich das halt auf “nicht erreichbar” ;-)

  4. Kay says:

    Immer wieder interessant sowas zu lesen. Warum der GF nicht einen Marketingexperten das Gespraech fueren laesst bleibt mir dennoch ein Raetsel.

    Ich haette als Registrar dem Kunden die Domain sofort verlaengert / neu registriert und fuer 3 Jahre kostenlos gegeben. Keine schlechte Presse, Kunde uebergluecklick und wahrscheinlich wird der Kunde regfish dann auch weiterempfehlen.

    Oh well…

  5. Es gibt eine große Gruppe von Leuten, die ziemliche Angst vor schlechter Berichterstattung im “unkontrollierbaren” Medium Internet haben. Warum das so ist, weiß ich auch nicht – offenbar wird diese Angst sogar von einigen geschickten Unternehmern geschürt. Wie sonst ließen sich die Dienste zum Aufspüren von potenziell negativen Berichten in Blogs und ähnlichem erklären?

    Anyway: Aus meiner Erfahrung gibt es genau zwei Möglichkeiten, wie es zu einer derart falschen Reaktion kommen kann:

    1) Emotionalität seitens des Verfassers. Er fühlt sich oder das Unternehmen unfair angegriffen und schießt zurück. Den Fehler machen gerne Leute die keine Ahnung von Communities und Gruppendynamik haben.

    2) Dem Unternehmen geht’s nicht besonders gut und es wird krampfhaft versucht, zusätzliche schlechte Presse zu verhindern respektive Kritiker zum Schweigen zu bringen. Meistens geht das nach hinten los, trotzdem sieht man es immer wieder.

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